Nogent an der Seine – Die Schlacht des 25 Oktobers 1870

Auteur : Jean Paul Blanchard Janvier 2010

Am 25 Oktober 1870 fand in der Stadt  Nogent sur Seine zwischen den Truppen des zweiten Württemberger Bataillons des dritten Infanterieregiments und den Truppen des dritten und vierten Bataillons der mobilen Garde von Morbihan, die von den Nationalgardisten von Nogent,Gendarmen und  60 Freischützen  der Loire unterstützt wurden, eine Schlacht statt.
Nach einem vierstündigen intensiven Kampf zogen sich die französischen Kämpfer nach Troyes zurück und hinterließen um die 50 Toten.
Die Württemberger,die sich solch einen Widerstand nicht erwartet hatten, hatten ihrerseits um die 40 Todesopfer und mehr als 50 Verletzte zu beklagen.Sie übten Rache gegen die Stadt, indem sie mehrere Häuser plünderten,verwüsteten und verbrannten und Zivilisten in ihren Häusern töteten.

Doch gehen wir zuerst auf den historischen Hintergrund dieser Zeit ein. Frankreich erklärte Preußen im August 1870 den Krieg. Die sowohl schlechtausgestattete als auch schlecht kommandierte kaiserliche Armee löste sich nach den Niederlagen von Sedan und Metz völlig auf.
Am 4.September 1870 wurde die Republik verkündet.Mit dem Rest der kaiserlichen Armee und einem Freiwilligenkorps aus der Provinz übernahm Gambetta die Führung um den Kampf fortzusetzen. Paris, das vollkommend umzingelt war, wurde Ende September von preußischen Truppen und ihren Allierten belagert.
Sie besetzten ganz Ostfrankreich auf der Linie Belfort,Vesoul, Sezanne Coulommiers.

Troyes, Nogent an der Seine und der Süden der Seine und der Marne wurden noch nicht belagert doch sie mussten Beschlagnahmungen durch deutsche Truppen, die Nachschub für ihre Armeen benötigten, über sich ergehen lassen.

Oberst von Pfeiffelmann, der das 3. Infanterieregiment aus Württemberg kommandierte, das in Pontault Combault einquartiert war,erhielt am 20.Oktober den Befehl des deutschen Generalstabs, der sich in Versailles aufhielt, Nahrungsbeschlagnahmungen in Nangis Montereau und Provins organisieren.
Er schickte sein zweites starkes Bataillon mit etwa eintausend Mann, (800 Soldaten,150 Kavalleristen) unter dem Kommando des Oberstleutnants von Schröeder, um diese Beschlagnahmungen im Süden der Seine und der Marne durchzuführen.
Das Bataillon, das am 21. Oktober Pontault Combault verlassen hatte, kam am 22.  in Tournan und Rozoy an, um anschließend Richtung Nangis zu ziehen, wo es übernachtete.
Am 23. in der Früh., zog es Richtung Montereau weiter, nahm noch zahlreiche Nahrungunsmittel und auch ein noch nicht fertiggestelltes und somit unbenützbares französisches Maschinengewehr  in Beschlag und schlug dann am Abend in der Stadt sein Quartier auf.
Am 24. am Morgen zog das Heer  Richtung de Bray an der Seine, das ebenfalls einen Beitrag leisten musste, doch dort zwang es ein Zwischenfall seine Pläne zu ändern. In der Tat hatte die französische Armee bei ihrem Rückzug nach Sens die Brücke über der Seine gesprengt. Dies zwang von Schröeder Richtung Nogent zu ziehen, von dem er wusste,dass die Brücke noch intakt war, um nach Provins zu gelangen, welches er auch unter Beschlag nehmen musste.

Durch  Spähtrupps wusste er bereits, dass einige französische Truppen, kaum 300 Mann, in Nogent und Romilly an der Seine stationniert waren.Er dachte jedoch, dass diese durch sein Näherkommen fliehen würden. Inzwischen erfuhr er,dass andere französische Bataillons, die in Sens stationniert waren  und die von seiner Ankunft informiert wurden, ihn von dieser Stadt aus verfolgten. Da er zahlreiche Wägen mit beschlagnahmten Waren zog,entschied er sich unverzüglich zu handeln und die Stadt rasch in Richtung Nogent an der Seine zu verlassen, von der er annahm,dass sie nach wie vor wenig verteidigt wurde.
Am Abend des 24.Oktobers, quartierte er seine Soldaten in den Dörfern Villiers an der Seine und Noyen an der Seine ein. Er schickte auch Patrouillen in das Dorf Trainel um die Nationalgarde zu entwaffnen,doch da er dort weder einen einzigen unversehrten Mann noch ein Gewehr auffand, nahm er den Bürgermeister, Herrn Lauxerrrois, als Geisel.

Am 25 um vier Uhr morgens brachen die Württemberger Richtung Nogent auf…..

Auf der französischen Seite wurden im Morbihon fünf Bataillons mit den Freiwilligen aus der Provinz gebildet.
Zwei wurden im September nach Paris geschickt, wo sie auch eindringen und sich an der Verteidigung der Stadt beteiligen konnten, bevor sie von den preußischen Truppen eingekreist waren.
Zwei weitere Bataillons wurden nach Troyes (10) geschickt.
Ungefähr 1000 Soldaten, die aus dem Bezirk Pontivy stammten,bildeten das dritte Bataillon, das vom Kommandanten de Bongars kommandiert wurde.
Die 1000 Soldaten, die das vierte Bataillon bildeten,stammten aus dem Bezirk Plooermel und waren unter dem Kommando von Périer de Lahitolle.
Diese zwei Bataillons, die unter dem 84. provisorischen Regiments vereint waren, wurden von Lafon,dem Kapitän zur See(entspricht dem Grad eines Oberst bei den Bodenstreitkräften), der kurz  davor von den Behörden der Republik zum General ernannt wurde, kommandiert.

Obwohl der Kapitän zur See Lafon zweifellos ein hervorragender Seemann war, erwies er sich als miserabler Infanteriegeneral. Der Republik jedoch mangelte es so sehr an Offizieren, dass  Marineoffiziere, Reservisten und sogar pensionierte Offiziere  herbeigerufen werden mussten, um die durch die vorangegangenen Niederlagen verursachten Lücken zu schließen.
Sein Regiment wurde in Troyes einquartiert.
Am 23. Oktober abends erhielt General Lafon die telegrafische Nachricht aus Sens, dass sich eine Kolonne von Gegnern in Montereau befand und  Richtung Bray an der Seine weiterzog. Er erfuhr auch, dass die in Sens stationnierten Bataillons die Württemberger Truppen verfolgten und beschloss daher Richtung Nogent zu ziehen und die Kolonne, die die Gegend verunsicherte  im Rücken  anzugreifen.
Mit seinen Männern marschierte er sofort Richtung Nogent. Auf seinem Weg nahm er in Romilly an der Seine drei Kompanien, die er einige Tage zuvor in Stellung gebracht hatte und nahm Nogent im Laufe des 24.Oktobers mit all seinen Soldaten,ca.2000 Mann ein.
In Nogent angekommen,erfuhr General Lafon durch Zivilisten,dass durch die Zerstörung der Brücke von Bray der Gegner beschlossen hatte, in Richtung Nogent zu marschieren um Provins zu gewinnen.

Nach ein paar Stunden Erholung, ließ er auf der Straße von Fontaine Macon und vor der Straße von Montereau, im Ort, der Béchereau genannt wird,Verteidigungsgräben ausheben.Er ließ auch einige Späher auf der Straße von La Motte Tilly aufstellen und wartete!!!

Mehere Fehler wurden begangen .Zuerst wurden die Anhöhe von La Motte Tilly, die hervorragende Beobachtungsplätze geboten hätte,nicht besetzt.Weiters wurden die Mauern des Friedhofs, die eine gute Verteidigungsposition für die Schütze gewesen wäre, nicht ausgezackt. Der verhängnisvollste Fehler jedoch passierte am Abend des 24. da an die Soldaten keine Patronen ausgeteilt wurden, obwohl jeder einzelne 30 Stück hätte bekommen sollen. Der auf der Straße nach Troyes stehende Munitionswagen wurde am darauffolgenden Tag von den Württembergern intakt eingenommen!

Die Freischützen der Loire, die in Provins stationniert waren und  von der Ankuft der württembergischen Truppen erfuhren,kamen am Vortag der Schlacht mit drei anderen Freischützen aus Provins an: Levesque, Leboeuf und Bletz.
Die aus ca. 60 Mann bestehende Kompanie aus der Region von St Etienne, wurde vom Hauptmann Mallet kommandiert, der von zwei Leutnants Laberge und Chapuis assistiert wurde.Dieser Hauptmann ,ein energischer Mann,griff immer den Feind von hinten, an der ihn auf traurige Weise kannte und sich vor ihm fürchtete da alle seine Männer,die mit Karabinern ausgestattet und hervorragende Schützen waren,  immer auf den Bauch zielten und jedes Mal zahlreiche Opfer hinterließen.

Die Nationalgarde von Nogent, die aus ungefähr 140  aus dem Landkreis stammenden Männern bestand, wurde vom Kapitän Eugène Leblanc,kommandiert.
Diese Nationalgardisten aus Nogent und Umgebung waren Männer guten Willens , bestanden zum Großteil aus älteren Männern, Forstarbeitern und Feuerwehrleuten,die überhaupt keine Kriegserfahrung hatten und unfähig waren eine Schlacht zu führen.Mit der Ankunft der Freischützen und der Mobilen Bataillons aus Morbihan entschlossen sie sich Widerstand zu leisten.

Am 25.Oktober um fünf Uhr morgens, ließen sich  die Freischützen aus der Loire in einem Bienenhaus auf der Anhöhe von Haut Ligny nieder und  kurz darauf gesellten sich vier Gendarmen aus Nogent dazu, die mit den Namen Ganne, Poncet, Bressan sowie des Zuaven Jaminet und eines Soldaten Rivereau zwei verletzte Soldaten der regulären Armee, die zur Genesung im Krankenhaus von Nogent waren.

Eine Stunde später nahmen drei Kompanien des dritten mobilen Bataillons von Morbihan (Pontivy) unter dem Kommando von de Bongars im Friedhof, der sich zur jener Zeit außerhalb der Stadt befand, Stellung. Die Kompanien waren aus dem Landkreis von Baud (Hauptmann Juntum), aus Faouet (Hauptmann Barguin) und aus Gourin (Hauptmann d’Aucourt).Zwei weitere Kompanien, jene aus dem Landkreis von Cléguérec (Hauptmann Baellec) und aus Locminé (Hauptmann Desgoulles) stellten sich auf der rechten Seite der Straße auf. Die zwei Kompanien aus Pontivy (Hauptmann Sichère und Hauptmann Bousciaux) blieben mit den Nationalgarden in Reservestellung hinter der ersten Barrikade,die weniger als 200 Meter entfernt lag.

Hauptmann de Lahitolle, der das 4 Bataillon (Ploermel) kommandierte, platzierte entlang des Kanals von Terray die Kompanie von Malestroit (Hauptmann Zudaire).
Die Kompanie von Josselin unter Hauptmann Rohan Chabot  verteidigte das östliche Stadttor von Troyes mit der Kompanie von Guer unter Hauptmann Gougaud und jener aus dem Landkreis von Mauron unter Hauptmann Le Gall.Die anderen Kompanien, jene von Pohöret, unter der Führung von Mahé,St Jean Brevelay unter de la Buharay, Rohan unter Hauptmann Rio sowie jener von Ploermel unter Rieux waren um die Kirche St Laurent positionniert (Siehe Plan dem Schlacht).

Die anwesenden Streitkräfte schienen von Vorteil für die Truppen vom General Lafon aber seine seit dem Vortag begangenen Verteidigungsfehler zerstörten die Chancen zu siegen.Weiters wurde die Bewaffnung der mobilen Garden,die aus alten Repetiergewehren bestand gegenüber der Nadelgewehre der Württemberger, die eine längere Schussweite hatten, ihnen im Laufe der Schlacht zum Verhängnis.

7 Uhr Die Württemberger sahen vor sich Nogent.
Der Vortrupp wehrte eine lebhafte Schießerei,der im Bienenhaus postierten und in Richtung Friedhof ziehenden Freischützen,ab und musste sich rasch zum Rest des Bataillons zurückziehen, welches schon einige Opfer zu beklagen hatte.
Oberstleutnant von Schröder,der informiert wurde, dass die Stadt von einer großen Truppe sehr gut verteidigt wurde,beschloß 900 Soldaten für den Kampf bereitzustellen und seine zwei Kanonen vorzurücken. Er schickte die 6.Kompanie unter der Führung des Kapitäns Christliebs auf die linke Straßenseite, die nach Nogent führte und auf die rechte die fünfte Kompanie,unter  Hauptmann Plieninger, die siebte Kompanie unter  Hauptmann von Lupin und die achte unter Hauptmann  Völlm.
Als sie ungefähr einen Kilometer vor dem Friedhof, an dem Ort der  „Seite der Gerechtigkeit“ genannt wurde, angekommen waren, hatte die Artillerie keine Zeit sich zu positionnieren als sie schon schwere Verluste durch die exakten Schüsse der Freischützen erlitten und mussten sich erneut zurück ziehen.
Von Schröeder, der sich der Gefahr bewusst war, ließ seine siebte und achte Kompanie aufmarschieren und die Stadt über die Straße von Fontaine Macon umkreisen um die Freischützen von hinten anzugreifen. Die fünfte Kompanie griff den Friedhof von vorne an.
Er schickte auch um die 20 Reiter um zu sehen in welchem Zustand die französische Verteidigung auf dem Weg nach Troyes war.

Schon gab es mehrere Tote in den Reihern der Württemberger, was sie erneut zwang zurückzuziehen. Von Schröder, der die Auflösung seiner Männer sah, setzte sich an ihre Spitze um sie zusammenzuhalten und sie wieder in die Schlacht zu führen.
Als Hauptmann Mallet ihn sah, verletzte er ihn durch einen Schuss in den Bauch schwer. Leutnant von Stetten aus der fünften Kompanie wurde auch schwer verletzt.
Als Hauptmann von Lupin erfuhr, dass der Oberstleutnant kampfunfähig war, übernahm er als ältester Offizier das Kommando des Bataillons.
Der Kampf wütete seit über einer Stunde. Erinnern wir noch mal, dass die Freischützen Elitenschießer sind und vor allem in ausgezeichnete Schusspositionen platziert waren und deshalb, viele Opfer in den Reihen des Gegners verursachten.
Währenddessen stieß  die 6te Württembergischen Kompanie, die sich auf dem Weg nach Nogent befand, auf die Kompanien von Cléguérec und von Locminé und  kam nicht mehr weiter.
Die siebte Kompanie der Württemberger,die es geschafft hatte,den Verteidigern des Bienenstocks auszuweichen, attackierte sie nun von hinten aber musste erneut vor der heftigen Schießerei der mobilen Garden aus der Bretagne, die sich im Friedhof befanden, zurückweihen. Sie attackierte nochmal von der Flanke mit Verstärkung durch die achte Kompanie. Die Freischützen und die Gendarmen von Nogent mussten sich vor der großen Anzahl an Soldaten in die unmittelbare Umgebung des Friedhofs zurückziehen.
Hauptmann Mallet schickte einen seiner Männer um die  Intervention des 4 Bataillons beim General Lafon zu fordern, doch dieser reagierte nicht!
Hauptmann von Lupin schaffte es dann seine zwei Artilleriestücke an weniger als 200 Meter vom Friedhof vorzubringen und ließ Brandgranaten auf die Stadt losschießen, die mehrere Schäden verursachten.
Die Reiter, die als Späher auf den Weg nach Troyes geschickt wurden, kamen zurück um von Lupin zu berichten, dass es praktisch keinerlei Verteidigung auf dem Weg von Troyes gab.Die achte württembergische Kompanie konnte also die Stadt im Süden über die Straße Avant les Marcilly umgehen. Die auf der linken Straßenseite platzierten Soldaten der sechsten Kompanie positionniert waren, versuchten die Umzingelung auf dem Feld von Béchereau aber wurden erneut von den Nationalgarden aus Nogent aufgehalten,die eine Absperrung an der Kreuzung von Béchereau und der Straße von Montereau erichtet hatten.

9Uhr morgens. Seit 2 Stunden dauerten die Kämpfe und die Württemberger waren noch immer nicht in die Stadt eingedrungen.
Im Friedhof befanden sich noch immer die drei Kompanien.der mobilen Garde,etwa 400 Mann. Außerhalb vertrieben zwei Kompanien des selben Bataillons mit Freischützen und Gendarmen von Nogent, die Angreifer der fünften, sechtsen und siebten württembergischen Kompanie.

9Uhr30 Hauptmann von Lupin richtete das Feuer seiner zwei Kanonen auf den Friedhof um die Verteidigung zu verringer. Die mobile Garden zählten viele Tote doch leisteten noch immer Widerstand.Vor der Gefahr, verlangte Hauptmann Mallet nochmals Verstärkung doch General Lafon ließ noch immer nicht das vierte Bataillon einschreiten um das dritte, das in Schwierigkeiten geraten war,zu unterstützen.

10Uhr Die französischen Truppen zogen sich hinter die zwei Barikaden zurück und verteidigten noch mit den Nationalgarden von Nogent. Es begann  Munition  zu fehlen und vor allem wurde Hauptmann Mallet gerade verletzt. Er wurde von zwei seiner Männer bei einem Einwohner in Schutz gebracht. Über die Situation informiert, ließ Hauptmann Lafon, der sich während der Schlacht nicht gerührt und sich immer im Hintergrund aufgehalten hatte, den Rückzug befehlen und schickte den Bürgermeister der Stadt, Herrn Etienne mit einer weißen Fahne  zu den Württembergern um die Schlacht zu beenden.
Während das vierte Bataillon begann sich auf der Straße von Troyes zurückzuziehen, blieb die Kompanie des dritten Bataillons und setzte den Kampf mit den Freischützen und der Nationalgarde fort.

10Uhr30 Nachdem Kommandant de Bongars keine Munition mehr hatte verteidigte er nicht mehr den Friedhof mit seinen Männern sondern begann mit dem ordnungsgemäßen Rückzug und nahm dabei seine Verletzten mit.
Die Württemberger versuchten sie zu verfolgen doch da sie schon schwere Verluste  erlitten hatten, verfolgten sie sie lieber auf Distanz. In allen Häusern suchten sie vor allem nach Freischützen, die sie nicht als normale Soldaten ansahen und die sie ohne jeglichem Prozess erschossen.
Verwüstete, verbrannte, geplünderte Häuser, erschossene Zivilisten, ihre Suche blieb erfolglos.Während der Belagerung der Stadt wird es noch acht Opfer geben,unter ihnen Offiziersanwerter Wiest, der vom 59-jährigen Benoit Simon,Nationalgardist von Nogent, getötet wurde.
Die Kompanie des Hauptmanns Zudaire, die entlang des Kanals Terray platziert war und das Horn des Rückzugs nicht gehört hatte, wurde von 400 Mann,der sechsten und fünften württembergischen Kompanie umkreist und gefangen. 24 Nationalgardisten wurdenebenfalls gefangen genommen.

Drei Nationalgardisten die sich auf die Straße von Fontaine Macon zurückzogen, nachdem sie zwei Württemberger in einem Haus getötet hatten, wurden an dem Ort,der „Die Farm von Aulne“ genannt wird,verfolgt und erschossen.
Jules Douine aus Villadin und Francois Devalon aus Quincey starben auf der Stelle. Alfred Vernier aus Fontaine Macon starb zwei Tage später.
Die achte württembergische Kompanie und 150 Mann  versuchten den Rückzug der Franzosen aufzuhalten in dem sie die Straße von Troyes in ihre Gewalt brachten.
Doch sie stießen auf den Widerstand der Kompanien der Hauptmänner Rohan-Chabot, Gougaud und Le Gall. Auf beiden Seiten gab es noch mehrere Tote.Hauptmann Völlm bevorzugte es daher  seine Männer vorsichtig zurückzuziehen, die Situation zu beobachten und sich einige Zeit den Ruckzug der Franzosen zu verfolgen.

11Uhr Alle französischen Truppen zogen sich nach Troyes zurück.
Die mobilen Gardisten  von Morbihan hinterließen 35 Tote, um die fünfzig Verletzte, von denen 8 im darauffolgendem Monat  noch starben.Ein Freischütze und 10 Nationalgardisten wurden während des Kampfes noch getötet.

Der Bürgermeister der Stadt, Herr Etienne, hatte gerade das Einstellen der Kämpfe erreicht.Die Württemberger belagerten dann die ganze Stadt und töteten noch 8 Zivilisten in ihren Häusern während  der Durchsuchungen der Freischützen, die sie sehr viele Verluste gekostet hatte.

Hauptmann von Lupin ließ die 8 in der Stadt getöteten württembergischen Soldaten  im Friedhof begraben  und verlangte später mehrere Wägen um seine Toten und Verletzten, die vor dem Friedhof gefallen waren, zu transportieren. Kein einziger Einwohner von Nogent  konnte Hilfe bringen, der Kapitän wollte keine Zeugen!Trotzdem behaupteten einige später um die 30 Toten  und um die 50 Verletzten gesehen zu haben.(Louis Godefroy, „“ Récit…………..“ 1880, Octave Rameau l’Aube 1871).
Die Stadt musste auch Lebensmittel, Kleider und Geld zur Verfügung stellen und alles innerhalb zwei Stunden.Hauptmann von Lupin war sehr beunruhigt in der Stadt zu bleiben, da er die Rückkehr der mobilen Gardisten fürchtete und vor allem zahlreiche Verletzte dabei hatte.

16 Uhr er zog Richtung Provins zurück doch blieb ein bisschen davor, im Dorf Sourdun, stehen, um seine erschöpften Männer einquartieren zu lassen und vor allem um in der Nacht 28 Soldaten an einem Ort namens „ le Pavé“ unauffällig zu begraben. Zwei Soldaten wurden am nächsten Tag in Provins begraben und sechs weitere starben an den Folgen ihrer Verletzungen im Lazarett von Coulommiers. Hauptmann von Lupin kehrte am 28. Oktober in sein Quartier in Pontault Combault zurück.

Während dieser Zeit brachte General Lafon seine Truppen nach Troyes zurück und ließ dabei in Romilly an der Seine die verletzten Soldaten zurück. Die über das Verhalten des Generals während der Schlacht von Nogent  informierte republikanische Regierung,enthob ihn am 2. November 1870 seines Kommandos.

Das Regiment von Morbihan quartierte sich in Troyes bis zum 8.November ein. An diesem Tag besetzten die Preußen die Stadt. Mehrere bretonischen Soldaten, die im Krankenhaus geblieben waren, starben noch an den Folgen ihrer Verletzungen oder einer Krankheit in der Stadt.

Am10.November 1870 musste das Regiment,das in sich in Auxerre zurück gezogen hatte,vor dem Vorstoß der preußischen Truppen bis nach Nevers (58) zurückweichen, wo es am 1. Februar 1871 den Krieg beendete, wobei noch zahlreiche bretonische Soldaten auf dem Rückzug den Tod fanden.

Auteur/Autor : Jean Paul Blanchard Janvier 2010

Traduction/Übersetzung : Christine Ganthelme – Université de Vienne